Persönliches

Ich war u. a. sieben Jahre lang Inhaberin einer Rechtsanwalts- und Mediationskanzlei. Dort begegnete ich den unterschiedlichsten Charakteren und Sachverhalten. Eine wichtige Wahrheit habe ich in dieser Zeit gelernt:

Es geht nie nur um sachliche Fragestellungen. Hinter den sogenannten juristischen Sachverhalten verbergen sich menschliche Geschichten, Gefühle, Erfahrungen und Zwänge.

Diese spielen beim Anwalt oder vor Gericht jedoch keine Rolle. Dafür sind sie für den Mandanten umso wichtiger. Helfen konnte ich Mandanten daher immer nur dann wirklich, wenn ich über den juristischen Rat und die Vertretung hinaus für den Menschen da war.

Ich erinnere mich noch gut an einen Fall, in dem ich den Vater vertrat und um das Umgangsrecht mit seinem Sohn stritt. Die Fronten waren verhärtet. Wir arbeiteten mit mehreren einstweiligen Verfügungen und gewannen stets auf voller Linie. Man sollte glauben, dass mich dieser Fall sehr zufrieden gemacht hat. Ich habe gute Arbeit geleistet. Die Ansprüche und Wünsche meines Mandanten habe ich vollumfänglich durchgesetzt. Doch ich werde nie das Gesicht meines Mandanten vergessen, als wir das letzte Mal den Gerichtssaal verließen.

Der Richter hatte der gegnerische Mutter verbal "den Hintern versohlt". Der gegnerische Anwalt war mit Zitaten aus meinem Schriftsatz vom Richter in den Boden gestampft worden. Es hätte ein Triumph sein sollen. Doch mein Mandant verließ mit langem Gesicht und traurigen Augen das Gerichtsgebäude. Ich sprach ihn darauf an: "Sie wissen schon, dass wir wieder gewonnen haben?" - "Ja" sagte er und seine Mimik sah aus, als hätte man ihn geschlagen. "Seien Sie mir nicht böse," erwiderte ich vorsichtig, "aber warum sind Sie nicht zufrieden? Hätte ich irgendein besseres Ergebnis erstreiten können?" "Nein, nein!" wiegelte er erschrocken ab. "Sie haben alles rausgeholt, was rauszuholen war. Alles wurde genau so entschieden, wie ich es wollte." Selbst bei diesen Worten, hellte sich seine Miene nicht auf. Er fuhr fort: "Es ist bloß so, dass es nie aufhören wird. Ich werde immer weiter um jedes bisschen Umgang kämpfen müssen. Sie hat nichts eingesehen."

Dieser Mandant hat damals einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Er hat mir, wie kaum ein anderer, gezeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten der rechtsanwaltlichen Tätigkeit sind. Ich wollte mehr tun können. Meine Arbeit machte mich nicht mehr zufrieden. Ich empfand sie immer mehr als Stress und Belastung, weil ich sie nicht mehr gern tat. Trotzdem gut zu sein, in dem was man tut, kostet eine unglaubliche Energie.

Mein Ding war es eben nicht,  alles auf juristische Sachverhalte, Positionen, Beweisfragen und Streitwerte zu reduzieren. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich sehe den Anwaltsberuf als gesellschaftlich wichtig und grundsätzlich als spannend und erstrebenswert. Er ist vielschichtig und bietet jeden Tag neue Erfahrungen. Er hat mir trotzdem nicht mehr gereicht. Um echte Zufriedenheit aus meinem Beruf zu ziehen, benötige ich das Gefühl, meinem Klienten ganzheitlich und nicht nur juristisch geholfen zu haben. Ich entschloss mich daher, die juristische Arbeit mittelfristig zu beenden und Coach zu werden. Das war 2010. Es folgten eine zweijährige Ausbildung zum Systemischen Executive Coach an einem Aninstitut der Fernuniversität Hagen und viele Coachings neben der Anwaltstätigkeit. 2013 schloß ich schließlich die Kanzlei, um mich ganz auf das Coaching und die Mediation konzentrieren zu können. Denn eben das ist mein Ding.

Mich interessiert, was Ihr Ding ist! Wissen Sie es schon? Lassen Sie es uns herausfinden!

Informationen zu meiner beruflichen Vita finden Sie als pdf-Datei rechts auf dieser Seite oder unter folgendem Link: Profil. Die Inhalte meiner Coachingausbildung könnten Sie ebenfalls rechts auf dieser Seite per pdf-Datei herunterladen.

Telefon: 0171 / 2 111 666
kontakt@meinding-rostock.de

Anne-Grisstede-Profil

2012 NLP Master

2011 NLP Practitioner

Anne-Grisstede-Zertifikat